Unsere Yogalehrer - Verena Hertlein
[08.11.2011]
Liebe Gäste,
bei den offenen Yoga-Stunden letzte Woche hatten Sie Gelegenheit, unsere Yoga-Lehrerin Verena Hertlein kennen zu lernen. Wer nicht dabei sein konnte hat hier nun die Möglichkeit, etwas über Verena Hertlein zu erfahren.
Wie sind Sie persönlich zum Yoga gekommen?
Während meines Studiums. Gerade gegen Ende meiner Studienzeit fühlte ich mich häufig gestresst, kam mit Prüfungen nicht gut zurecht und setzte mich selbst durch meinen Perfektionismus ziemlich unter Druck. Damals, mit Anfang 20, spürte ich, dass meine bisherige Lebensweise und mein Umgang mit Stress auf Dauer meiner Gesundheit schaden würden. Damals besuchte ich meine ersten Yogastunden und ganz besonders die Arbeit mit dem Atem hielt ein Schlüsselerlebnis für mich bereit. Zum ersten Mal in meinem Leben wurde mir die enge Verbindung zwischen Atem und Geist tatsächlich bewusst. Nach den Yogastunden atmete ich tiefer und ruhiger, ich war entspannt, meine Stimme war tiefer. Im Kontrast dazu begegnete mir mein Atem in angespannten Situationen beinahe als Gegner: Er war häufig kurz und flach und schien mich irgendwie nicht zu erreichen...
Bald schon wurde meine Yogapraxis zu einer wichtigen Insel in meinem Tagesablauf. Ich besuchte verschiedene Lehrer, tauchte tiefer in die Philosophie ein. Einige Jahre später begann ich meine Ausbildung.
Was fasziniert Sie persönlich besonders am Yoga?
Aus meiner Sicht löst Yoga keine Probleme, perfektioniert nichts und niemanden und macht auch nicht heilig. Aber Yoga hilft zu verstehen, zu akzeptieren, loszulassen und das zu tun, was in jeder Situation zu tun ist. Es lässt hinter die Dinge blicken und die tieferen Zusammenhänge erkennen. Auf der einfachsten Ebene lässt es mich Körper und Menschen besser verstehen. Auf einer tieferen Ebene wirft Yoga ein Licht auf die energetischen Verbindungen im menschlichen Körper und zwischen Menschen. Über allem steht für mich aber die Verbindung zu einer tiefen Wahrheit. Für mich persönlich bedeutet das, Vertrauen ins Leben haben.
Worin war es für Sie persönlich eine besondere Hilfe?
Auf der physischen Ebene: Meinen Körper kennen und verstehen zu lernen. Bewusster zu atmen. Auf der psychischen Ebene: Ängste loszulassen. Auf der seelischen Ebene: Mich zu Hause zu fühlen.
Was reizt Sie daran, im Kranzbach Yoga zu unterrichten?
Mit den unterschiedlichen Menschen, die hierher kommen, zu praktizieren. Schon immer, nachdem ich Yoga für mich entdeckt hatte, hat mich begeistert, dass Yoga tatsächlich in keine Ecke und Schublade passt. Jedenfalls nicht, wenn man sich wirklich damit beschäftigt. Man liest so viel und so oft über Yoga, es gibt so viele Angebote - und trotzdem landet Yoga häufig schnell in irgendeiner mit Räucherstäbchen verqualmten Esoecke. Für mich hat Yoga nichts mit Esoterik zu tun, es ist eben nicht nur für eine begrenzte Gruppe zugänglich. Yoga hat mit der eigenen, individuellen Erfahrung zu tun und die ist für jeden immer möglich.
Worin liegt der Schwerpunkt in Ihrem Yogaunterricht?
Im Wesentlichen auf zwei Aspekten: Ausrichten und fließen. Mir ist wichtig, die einzelnen Haltungen so präzise wie möglich zu vermitteln. Als stabile Basis. Aber dann kommt immer der Moment des Loslassens, des Fließens, des Vertrauens in den eigenen Atem und die Bewegung.
Wo genau ist der Unterschied zwischen Ihren Morgen- und Abendstunden?
Am Morgen üben wir dynamischer - mit energetisierenden Asanas, Sonnengrüßen und reinigenden sowie erwärmenden Atemübungen. Am Abend wird es ruhig und entspannt mit erdenden Asanas, liegenden Haltungen, Atemwahrnehmungsübungen, Meditation etc.
Mit welchen 3 Argumenten können einen Anfänger in Ihren Unterricht locken?
Tief durchatmen und entspannen. Einfach Du selbst sein. Was hast Du zu verlieren?